#MBFWB Tag 3: Xavi Reyes, Marina Hoermanseder, DIMITRI & EWA HERZOG u.a.

Wir fassen zusammen!

Early Bird — blödes Vieh, da waren wir doch noch etwas müde. Uff, der Abend zuvor war dann doch etwas länger als erwartet! Aber wozu gibt’s Kühlpads für die geschwollenen Augen? Egal, auf zur ersten Show von insgesamt sieben am Tag 3 mit einem Hin- und Her-Gerenne vom Zelt am Brandenburger Tor zum Modesalon und Stage-Area und wieder zurück.

Hier also sechs Stunden Modemarathon für euch zusammengefasst:

Xavi Reyes — eine Hommage an Omas Häkeltischdecken

Für manche seiner Stücke sollte man schon spanisches Blut in sich tragen, um sie mit der entsprechenden Grandezza zu tragen. Doch das stört den jungen spanischen Designer wohl kaum, so mutig wie er Schnitte und Muster zusammen bringt, macht es am Ende doch wieder Sinn. Asymmetrische Schnitte treffen auf Unisex- so jedenfalls im letzten Jahr und dafür wurde er gefeiert. Präsentiert wurde das ganze von der ELLE und Mercedes Benz.

Was wurde gezeigt?

Abgeleitet von den Häkeltischdecken seiner Oma inszeniert Xavi Reyes dieses in Vergessenheit-geratende Deko-Element komplett neu. So ziehen sich Spitzen- und Häkelelemente durch die gesamte Kollektion und lassen uns in Erinnerungen an die Zeit unserer Großmütter schwelgen. Indes allen Erwartungen an eine typisch herbstliche Kollektion fühlten wir uns eher wie ins sommerlichen Rom versetzt. Die Kollektion bestand aus eher als Gewänder zu bezeichnenden Hosen, Röcken und Einteilern welche im Gesamtkontext den alten Römern gefallen hätten. Streifen und Karos in eher gedeckten Farben wie Weiß, Beige, fast pastelligen Blau und Rot vermitteln uns ein sehr weiches und ruhiges Gefühl. Auch Kordeln als Gürtelersatz und viel Leinenstoff komplettieren unseren Eindruck des römischen Einflusses auf die Kollektion.

So schafft es Xavi Reyes die uns bekannte Oma-Häkeldecke und Rom zu kombinieren, ohne dabei altbacken und Oma-haft zu wirken. Vor allem jedoch für Männer finde ich (Lars) die oft Kleid-ähnlichen Männermodelle zu feminin.

Unsere Highlights:

  • Halstücher bestickt mit Folklore-Designs

Wen haben wir gesehen?

  • die bezaubernde Franziska Knuppe neben „Petit Michel“, einer Puppe des Sound-Designers Michel Gaubert
  • Eva Padberg, Annabelle Mandeng, Raphael Vogt, Joe Groebel mit seiner charmanten Frau

Marina Hoermanseder — Extravaganz trifft Stil

Auch dieses Jahr lud die in Berlin lebende Österreicherin unter ihrem gleichnamigen Label zur Show ins Kronprinzenpalais Unter den Linden. Dieser Einladung folgten wir gern! Ihre Kollektionen das Sinnbild des Zusammenspiels der Provokation und Individualität. Ihre Inspiration beruht dabei oft auf Körperstrukturen, Gliedmaßen und man mag es kaum glauben, im weitesten Sinne auch von Prothesen. Kein Wunder also, dass Kunden wie Lady Gaga diese außergewöhnlichen, aber dabei immer tragbaren Designs lieben!

Was wurde gezeigt?

Wie soll man Marina Hoermanseder beschreiben? Sie ist eine Senkrechtstarterin. Im Jahr 2012 absolvierte sie ein 4 monatiges Praktikum bei einem der angesagtesten Designer- Alexander McQueen. Wenig später gründetet sie ihr eigenes Label und 2014 (!) präsentierte sie zum ersten mal ihre Kollektion auf der Fashion Week in Berlin. Man hat das Gefühl sie hat es eilig. Nein, sie weiß was sie will!

Bei der aktuellen Kollektion ließ sich Marina Hoermanseder von der amerikanischen Flugpionierin Amelia Earhart inspirieren und brachte uns so das Fliegen bei. Die in der Farbgebung Weiß, Grau, Beige, Mint und Braun gehaltenen extravaganten Lederröcke, das Markenzeichen des Labels, Latex-Teilen und Rüstungs-ähnlichen Korsagen wirken trotz maskulinen Spielerein stets feminin. Latex dominiert neben mit Kristallen bestrickten Pullovern die Herbst/Winter Kollektion.

Ungewollte Aufmerksamkeit zogen leider wieder die schönen, aber sehr hohen Louboutin Heels auf sich. Ein Model fiel auf die Knie, zwei andere zogen die, entweder zu engen oder zu großen Schuhe einfach aus. Dies wurde von den anwesenden Gästen mit einem Applaus honoriert. Natürlich flüsterten gehässige: „Tja, eben doch kein Top-Model (was den Schwätzer selbst diskreditiert)!“

Unsere Highlights:

  • die für das Label typischen glockenförmigen Lederröcke in Pastellfarben mit zauberhaften kleinen Blüten darauf, sehen aus wie kleine Törtchen 😉
  • darüberhinaus begeisterte die Kollektion mit wahnsinnig schönen Cashmere–Mänteln
  • einem traumhaften knöchellangen Schoko-farbenem Wollmantel und vielen Outfits die nach einem rufen
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Marina Hoermanseder Show A/W 16/17
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Marina Hoermanseder Show A/W 16/17

Wen haben wir entdeckt?

Eva Padberg, Franziska Knuppe, Cathy Hummels, Marie Nasemann, Namika, Dr. Florian Langenscheidt, Mateo von Culcha Candela & Patrice Bouedibela

Unser Hinweis:

Die Location im Kronprinzenpalais Unter den Linden ist ein architektonischer Traum, jedoch für eine Show in der Größe nicht mehr ideal, die Lauffläche der Models, aufgeteilt auf mehrere Räume, ist viel zu lang, sodass die Laufabstände zwischen den Models die Gesamtwahrnehmung der Kollektion etwas zerstörten.

DIMITRI — alles Schwarz — aber trotzdem Italien!

Aus Meran stammend, in der Schweiz lebend mit griechischen Wurzeln? Klingt explosiv, macht aber Dimitrios Panagiotopoulos aus und lässt Frauenherzen mit unfassbar weiblichen, taillierten Schnitten und dennoch leichten Entwürfen, höher schlagen! Mit seinem 2007 gegründeten Label ist er schon ein fester Bestandteil der MBFWB und für seine Leichtigkeit und Farbenfreude bekannt. Vorher für Labels wie Hugo Boss und Vivienne Westwood tätig steht Dimitri heute für Weiblichkeit und italienische Eleganz.

Was wurde gezeigt:

Sehr weiblich und immer mit einem Hauch Sexappeal lässt sich die Show von Dimitri zusammenfassen. Die für Dimitri untypische Dominanz von Schwarz und Gold verlieh der Kollektion eine gewisse Stärke und verlässt somit die bekannte Leichtigkeit. Die eleganten, engen sowie kurzen Röcken und Kleider bringen durch ihre perfekten Schnitte die italienische Modequalität und teils die 20iger Jahre zurück nach Berlin. In der Kombination aus Leder- und Federelementen und Farbabweichungen in die Nude und Metallic-Richtung schafft er spielerische Stilbrüche auf hohem Niveau. Als eine der bisher wenigen Shows bringt Dimitri seine Mode direkt auf den Punkt und vermischt so Provokation und weibliche Sinnlichkeit durch den gekonnten Einsatz von Satin, Chiffon, Federn und „faux fur“.

Highlights:

Als Highlight können wir neben einem schwarzes Feder-Neckholder-Kleid, einem goldenen Blaser und 20er Jahre Fransen-Kleid die gesamte Kollektion bezeichnen!

Wer saß in der Frontrow?

Eva Padberg, Franziska Knuppe, Mirja du Mont, Marie Nasemann, Annika Gassner, Giulia Siegel, Masimo Sinato & Mateo von Culcha Candela

Übrigens! Mirja du Mont bekam vom Designer höchstpersönlich einen Blumenstrauß- bevor jetzt wild spekuliert wird — sie hatte Geburtstag! Was für eine süße Geste von Dimitri! Wir wünschen alles Gute!

EWA HERZOG — Besinnlichkeit aus Berlin!

Die Wahlberlinerin scheint unkompliziert zu sein, denn das verrät ihre Mode. Für jede Gelegenheit gibt es das passende Stück und setzt damit vorgegebene Strukturen außer Kraft. Ihre Schnitte sind von zeitlos bis feminin und macht Frauen jeden alters einfach schön. Ihr Markenzeichen: Spitze — in allen Variationen. Ewa Herzog gehört jetzt seit Jahren zu den Highlights der Berlin Fashion Week.

Was wurde gezeigt?

Das Opening zu Adele’s Song „Hello“ machte schon am Anfang klar, das diese Show emotional wird, denn Ewa Herzogs Kollektion versprühen bei bloßem Anblick Sinnlichkeit, Ruhe und Weiblichkeit . Sie kombiniert gekonnt leichte und schwere Stoffe miteinander und macht so Spitze, als das Sinnbild der Weiblichkeit, zeitgemäß. Die aus Strick, Chiffon und Satin gefertigten kurzen und langen Kleider und Jumpsuits verzaubert sie mit silbernen und goldenen Strickverarbeitungen. So bleibt sie ihrem Stil seit Jahren treu ohne dabei langweilig und altbacken zu wirken. Die Farben unaufgeregt. Vom Brombeere bis Silbergrau. Einfach schön.

Unsere Highlights:

Also ich (Katrin) muss gestehen ich habe mich ein wenig verliebt. Alle Kleider von Ewa Herzog sind pure Weiblichkeit. Fließende weiche Texturen treffen auf feine Spitze und umschmeicheln die Figur. Einfach Herrlich! Einfach Ewa!

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Ewa Herzog Show A/W 16/17
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Ewa Herzog Show A/W 16/17

Wen haben wir entdeckt?

Johanna Klum (in Ewa Herzog — sie sah umwerfend aus), Rafael Vogt, Rolf Scheider, Anja Polzin & Sebastinao Schweizer

Achja und eine liebe Person die wir des öfteren getroffen haben: Sibel Brozat von „Taeshy Taschenhalter“ — ohne gehen wir nicht mehr aus dem Haus und legen für euch einen Taeshy in unsere Goodybag die wir nach der Fashion Week verlosen.

Holy Ghost — Mäntel für den Herbst

Drei Designerinnen die selbst aussehen als seien sie frisch vom Laufsteg gehüpft- wobei eine davon das wirklich ist. Die Drei -Jelena, Sedina und Ivana- sind seit Jahren nicht nur Freundinnen die mal eben einen Ausflug in die Mode machen, sondern haben ein gutes Gespür für zeitlos, tragbare, simple Mode. Der Stil? Jung , dynamisch und ohne Schnörkel, Büro und ausgehtauglich.

Was wurde gezeigt?

Das Label versetzt uns sofort in Herbststimmung. Die Mode von HolyGhost ist bequem, alltags tauglich und in Kombination mit den schönen Mänteln, die im Übrigen von Grau über Nachtblau bis Cremef angenehm unauffällig wirken, werden wir im kommenden Herbst definitiv nicht frieren.

Highlights:

  • Creme-farbener Wollmantel
  • nachtblaues Cape mit Goldstickereien
  • Petrol-farbener Rock

Wen haben wir getroffen?

Vorher noch gemeinsam im Adlon bei einem kleinen Snack geplauscht, haben wir hier Giulia Siegel und Simone Ballack wiedergetroffen. Gefreut haben wir uns auch über Kathy Weber.

Baldessarini — ein italienischer (Männer-)Modetraum

Baldessarini — eine deutsche Marke für modebewusste Männer. Seit 1993 fertigt Baldessarini, benannt nach dem Gründer und Designer Werner Baldessarini, Label hochwertige und qualitätsbewusste klassische Männermode. Formen und Schnitte sind dabei immer klassisch und zeitlos.

Was wurde präsentiert?

Klassische Herrenmode, in dunklen Tönen aber natürlich in Kombination der Trendfarben des kommenden Winters Rot und Orange, präsentierte Baldessarini auf den Runway. Mit langen Wollmänteln und –Hosen, großen Strickschals und Mützen sowie Oversize-Rollkragenpullover zum Klassiker Jacket und Mantel meldet sich Baldessarini so stark, modisch, modern und dabei immer klassisch am Berliner Modehimmel zurück. Tragbare Sachen in dem man(n) jeden Alters immer gut ausschaut. Einfach tolle Herrenmode. Einziger Kritikpunkt — die an einigen Stellen doch etwas zu kurzen Hosen.

Unsere Highlights!

  • ein Orange-farbener Wollmantel
  • eine raffiniert gestrickte Cashmere-Mütze
  • braune und graue Oversize-Wollpullover
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Baldessarini Show A/W 16/17
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Baldessarini Show A/W 16/17

Viel los in der ersten Reihe!

Wayne Carpendale, Verena Wried, Milka Loff Fernandes, Raoul Richter, Anabell Mandeng, Familie Ochsenknecht (Natascha, Gonzalez, etc.), Masimo Sinato, Frank Kessler, Tobias Licht, Mateo von Culcha Candela & Patrice Bouédibéla

TULPEN Design — für alle Tage!

Hinter dem Berliner Modelabel steht der Designer Manuel Kirchner. Er setzt auf raffinierte Schnitte mit fließenden Stoffen wie Seide, Mousseline und Satin. So fühlt Frau sich selbst in einem „einfachen Top“ wie ein Star auf dem roten Teppich.

Was wurde gezeigt?

Die Show wurde gesplittet. Im ersten Teil präsentierte Tulpen Design die Kollektion der kommenden Herbst-Wintersaison und anschließend Manuel Kirchner erstmalig eine eigene Linie unter seinem Namen. Hmmmm, ob das so Sinn macht? Egal! Da beide Kollektionen für Frauen mit dem gewissen etwas designt wurden lassen sich beide Kollektionen als durchaus alltagstauglich und tragbar bezeichnen. Von eleganten Kleidern über kurze und lange Röcke bis hin zu Mänteln war hier alles dabei, sodass Frau sich somit den gesamten Kleiderschrank füllen kann. Farblich blieb auch Tulpen Design und Manuel Kirchner im eher schlichten Bereich, so dominierte Schwarz, Grau, Weiss und Pastelltöne.

Highlights:

  • ruhige und klassische Schnitte treffen auf Coolness

Entdeckt haben wir u.a.:

Giulia Siegel (die uns lustig auf ihrem Facebook Live Video verewigt hat), Simone Ballack, Maren Giltzer, Falk-Willy Wild, Manbell Mandeng, Tanja Bülter, Jahn Hendrik, Carolina Beil, Anja Tillack von McFIT MODELS

Besonders gefreut hab ich mich (Lars) über Marusha – aber seht selbst ihr kurzes Review zu Tulpen Design.

Fazit des Tages:

Schwarz, Rot und Orange müssen wir uns für den kommenden Winter auf jeden Fall in unsere Kleiderschränke holen — das steht jetzt schon mal fest.

Wir lesen uns morgen,

Katrin & Lars

© Fotomaterial: katrin-lars.net

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larskatrin

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