Glückliche Hühner vs. unglückliche Hühner – Du bist was Du isst!

Schon meine Oma predigte mir diesen Spruch. Natürlich weis man als Kind nichts damit anzufangen, doch das ändert sich mit jedem Lebensjahr.

Wir leben in einer Zeit in der Lebensmittel keinen Stellenwert haben und die Devise „Arm aber Sexy“ als Slogan für unsere Bundeshauptstadt tosenden Applaus brachte.

Doch welche Auswirkung hat das auf unser Essen?

Wenn der Spruch „Du bist was Du isst!“ für uns von großer Relevanz ist, bedeutet dies im Umkehrschluss das gleiche für unser Nutzvieh!? Doch irgendwie beschlich mich vor einigen Jahren das Gefühl, das genau darin die Crux liegt.

Ich saß am gedeckten Frühstückstisch und freute mich auf das Frühstücksei. Wurst war schon abgeschrieben- schmeckte alles nach Pökelsalz. Ich pellte das Ei und irgendwie muffelte dieses undefinierbar. Das Eiweiß hatte einen leichten Grauschleier, worauf mein Mann gleich fragte wann ich die Eier gekauft hätte. Knappe Antwort: gestern!

Dieses Frühstücksdrama zog sich einige Zeit, ich kaufte Eier in diversen Läden mit den unterschiedlichsten Gütesiegeln. Fazit: ein Großteil der gekochten Eier wanderte in den Müll, weil sie entweder seltsam rochen, von der Farbe her sehr unappetitlich aussahen oder manche selbst nach 8 Minuten kochen noch glibberig waren.

Hm, brauche ich Urlaub?

 Werde ich nun langsam zu der übersensiblen Zicke die an allem mäkelt? Nee, wurde ich nicht, nur meine feine Nase hatte den richtigen Riecher. Die Lösung: eigene Hühner müssen her! Wir haben einen großen Garten und ich wollte immer 3 Hühner halten die Helga, Berta und Babs heißen sollten.

Die Familie war sofort Feuer und Flamme. Cool, ein neues Bastelprojekt. So habe ich mich 4 Monate in die Hühnerhaltung eingelesen, den Stall gebaut und intensiv mit der Zusammensetzung von dem Hühnerfutter beschäftigt.

Hühner brauchen ein ausgewogenes Verhältnis an pflanzlichen- und tierischen Proteinen (Gräser und Insekten), Getreide, Mineralstoffen und Vitaminen. Klingt simpel, ist es aber nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn hunderte Hühner gemeinsam gehalten werden.

In meinem Garten suchen sich die Hühner auf 1300qm Käfer, kleine Würmchen und Insekten. Doch in einem Großbetrieb ist das kaum möglich, auch dann nicht wenn sie in einem Offenstall oder in der Freiland-Haltung „Leben“.

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Glückliche Hühner im Garten!

Um den täglichen Bedarf an Energie und Proteinen zu decken, wird dem Futter Sojaschrot, Maiskleie und Erbsen hinzugefügt. Wobei nicht darauf geachtet wird ob es sich um gentechnisch veränderte Getreide- und Zusatzstoffe handelt. Natürlich nicht, das Ei soll im Verkauf nicht mehr als 8-11 Cent das Stück kosten!

Was das Huhn frisst landet im unserem Eierbecher!

Also wird an den Futterkosten gespart. Damit das Huhn dann doch noch ein Ei legt, werden die Tiere überwiegend mit dem sogenannten Legehennen-Mehl oder Legekorn gefüttert. Was übersetzt nichts anderes heißt als Soya Mais, Erbsen, Vitamine und Mineralstoffe werden zu einem Brei verarbeitet, der dann in formgepresst und anschließend verfüttert wird.

Das Huhn legt nun brav die nächsten 15 Monate jeden Tag ein Ei bis es in die Jungmauser kommt. Dann ist Schluss! Von nun an ist das Huhn im Unterhalt zu teuer, es hat durch die Mauser einen erhöhten Energiebedarf, legt weniger Eier und ist somit unwirtschaftlich.

Ein Leben als Legehenne ist kurz.

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Glückliche Hühner im Garten!

Ausgemergelt von den Strapazen und gestresst werden die Hühner nun entsorgt. Sie enden als Suppenhuhn oder werden zu Tierfutter weiterverarbeitet. Kein schönes Thema, jedoch sollten wir uns gerade zu den Osterfeiertagen ein Mal mehr ins Gedächtnis holen woher die Lebensmittel stammen die wir zu uns nehmen!

© Fotomaterial: katrin-lars.net

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larskatrin

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