Berlin Fashion Week Herbst/Winter 17/18 – wir resümieren

So die Berlin Fashion Week liegt nun ein paar Tage hinter uns und wir haben uns bewusst etwas Zeit genommen, um alle unsere Eindrücke zu sammeln und gemeinsam zu resümieren. Übersicht halber haben wir uns während unseres gemeinsamen Gesprächs darüber was wir von der Fashion Week berichten wollen dazu entschieden, genau dieses Gespräch als unser persönliches Resümee aufzuzeichnen. Also, seid herzlich eingeladen einen Einblick in unsere Kommunikation und Gespräche über die Fashion Week Herbst/Winter 17/18 bei einer Tasse Kaffee und einem selbstgebackenen Stück Kuchens zu bekommen.

Katrin: Hm, also erwähnen sollten wir auf jeden Fall die neue Location, dass Kaufhaus Jansdorf!

Lars: Ja, klar dieses hat ja so einige Diskussionen mit sich gebracht. Wie fandest du die Location?

Katrin: Also ich mochte das Zelt am Brandenburger Tor lieber. Mir erschließt sich noch nicht warum nun in das alte Kaufhaus umgezogen wurde…. Wobei auf 3 Etagen theoretisch Platz genug ist.

Lars: Naja mit dem Platz weiß ich nicht so. Klar, im Entrée darf sich nun jeder Fashion– Begeisterte umsehen- die Tore sind also quasi für jeden geöffnet. Zu den einzelnen Shows gelangen natürlich aber immer noch nur diejenige, die sich mit einer Einladung des Designer ausweisen können. Wer eine Einladung hat, gelangt über die geteilte Treppe in die zweite Etage, die durch den geöffneten Boden den Blick zum Eingang freigibt. Von hieraus hat man alles im Blick.

Katrin: Ja, das stimmt es lässt sich super beobachten wer so kommt und wer was trägt. Zudem kann man es sich in der Lounge etwas gemütlich machen und hat so die Möglichkeit kurz bei einem Kaffee zu relaxen oder sich mit anderen auszutauschen. Wobei meiner Meinung nach der Caterer ausgetauscht werden sollte – Mini-Latte Macchiato 4 EUR, tot-gebackene Brezel 2,50 EUR ….

Lars: Naja, ich glaube das lohnt gar nicht darüber zu sprechen – schlecht ist halt schlecht. 😉 Bis hier finde ich die Location auch wirklich gut – typisch Berlin eben – urban, cool und nicht alles so perfekt. Aber Optimierungsbedarf besteht definitiv im folgenden Stockwerk, da wo sich der eigentliche Runway befindet. Naja, ob man das aktuell noch als Runway bezeichnen darf?! Hmmm, sollten wir vielleicht mal die Definition für Runway googeln. 😄

Katrin: Allein aufgrund der niedrigen Deckenhöhe und der Scheinwerfer wird es schnell sehr, sehr warm. Sodass hier akuter Handlungsbedarf besteht. Bereits nach dem ersten Tag wollte ich am nächsten Tag meinen schönen Bikini von PAX anziehen…

Lars: Haha, ja ich weiß! Hättest du mal, das wären lustige Fotos geworden. 😂 Aber im Ernst zu einer richtigen Fashion Show gehört für mich ein langer Runway. Die vielen Säulen machen es dem Zuschauer jenseits der First Row zudem nicht leicht alle Details der gezeigten Looks zuerkennen. Es hatte ein bisschen Hinterhof-Charme… Aber ok, der Fokus liegt ja zum Glück weiterhin auf den Designern und deren Kreationen. Welche Designer sind dir im Gedächtnis geblieben?

Katrin: Eine große Überraschung war für mich Dawid Tomaszewski, der ja in Kooperation mit dem polnischen Label ARYTON eine Kollektion zeigte. Tolle Kombinationen aus Wolle, Seide und Samt – kontrastreich in Szene gesetzt – super! Beeren- und Steintöne in matt oder glänzend lassen mich auf den kommenden Winter freuen. Und natürlich die Marcel Ostertag Show, bei der er neben der Kollektion auch seine erste Linie von „Tamaris by Marcel Ostertag“ präsentierte. Da muss ich ab August 2017 definitiv zuschlagen – schickes für die Füße sag ich nur. Na bei dir weiß ich schon, welche Show dein Favorite war!

Lars: Klar, habe ich ja auch ewig danach noch von geschwärmt. Aber du musst schon zugeben, dass die Hommage von Lena Hoschek an Micky Mouse einfach genial war. Im Gegensatz zu den eher gedeckten Farben vergangener Kollektionen hat sie es diesmal richtig krachen lassen und einen Stilmix von den 50er bis hinein in die 80er kunstvoll geschlagen. Ich sehe dich jetzt schon in einem der Glitzeroutfits, Kleid mit Micky Mouse Print oder pinken „Dollhouse“-Style. 😜 Und apropos Lena Hoschek, du weißt ja das sie aus Österreich kommt, ne? Sie ist nicht die einzige – Sportalm, Rebekka Ruetz sowie Wienerin Marina Hoermanseder – alle aus dem schönen Österreich.

Katrin: Ich weiß du liebst Österreich. Stimmt, man könnte fast meinen es sei eine österreichische Fashion Week gewesen. Aber Sportalm kann’s einfach, oder? Mit ihrem Know-how für praktische und dabei immer stilvolle Ski- und Wintermode kleiden sie jede Frau perfekt ein. Da hat man sofort Lust auf Kitzbühl und Berge. Und von Rebekka Ruetz bin ich ja schon lange ein Fan. Sei es von ihrer Abend- oder Casual Mode.

Lars: Ja, ich finde es auch super, dass sie mit ihrem Label YOU KNOW YOU WANT IT (YKYWI) auch Shirts für Männer macht. So kann auch ich mal was von ihr tragen. Bei den Kreationen von Marina Hoermanseder wird es da schon schwieriger – die sind ja nur für Frauen. Die österreichische Wahlberlinerin überzeugte mal wieder in gewohnter Manier mit ihren obligatorischen Orthopädie- inspirierten Korsetts, Lackkleidern und Schnallenröcken. Und da sage mal noch jemand die Berlin Fashion Week sei nicht international. Und vielleicht ist Österreich das nächste große Modeland – wer weiß?! 😏

Katrin: Haha! 😀 Nicht aus Österreich aber aus Berlin und wie immer ein Traum, war doch die Show von „Spitzenkönigin“ Ewa Herzog. Wunderbare Kleider (kurz und lang), Jumpsuits und Hosen in den Farben Weiß, Schwarz, Blau und Rosa aus feinstem Satin- und Spitzenstoffen. Ich habe sogar ein paar ganz kleine Applikationen aus Strick entdeckt – mega schön.

Lars: Stimme ich dir zu! Generell fiel mir auf, dass Samt wieder ein Thema sein wird. Gern in Kombination mit Tüll.

Katrin: Naja, Tüüüüülll?!

Lars: Entweder als Kniestrumpf, Rock oder Bluse.  Ansonsten fand ich wenig überraschendes. Was der eine Designer geschmackvoll verpackte, prangte bei anderen maximal mit Tüll verdeckt entgegen. Eines meiner Highlights war neben der immer wieder sehr guten ZEITmagazin Konferenz Mode & Stil ganz klar der Berliner Modesalon. Diesen gibt es zwar erst seit 2 Jahren, jedoch hat sich dieser inzwischen mit seinen Gruppenpräsentationen deutscher Designer sehr gut positioniert. Vom Labels wie MYKITA (Brillen), der Einzelkollektion von Dawid Tomaszewski bis hin zu René Stork sind auch hier große Namen zu finden.

Katrin: Vor allem neue Konzepte sind zu erkennen! Dies wird u.a. bei René Stark deutlich, welcher seine Herbst/Winter-Kollektion 2017/18 im The Store im Soho House als Pre-Order-Event für Einkäufer aber auch Endkunden anlegte. Ein guter Ansatz, um Designer, Business und Kunden einander näher zubringen. RIANI versuchte es im Gegensatz dazu mit dem den Einsatz von Bloggern auf dem Laufsteg.

Lars: Ja, RIANI setzte diesmal auf Blogger und Stars. So schickten sie Sami Slimani und Bloggerin Farina Opoku (novalanalove) in den neusten Teilen über den Catwalk und luden später zum exklusiven Blogger-Cocktail ins Soho House. Haben wir eigentlich neben den ganzen Bloggern noch andere Stars gesehen?

Katrin: Hmmm… Außer Franziska Knuppe und Rebecca Mir die gefühlt über jeden Catwalk elegant schwebten, eigentlich nicht wirklich. Schade, da zu früheren Shows mehr Prominenz kam. Es fehlt leider ein wenig an internationalem Flair – naja, wobei – wie soll man das auch schaffen, wenn nicht mal die deutschen Promis erscheinen?! Gesehen wurde jedoch u.a. Mirja Du Mont, Johanna Klum, Monica Ivancan, Annett Möller, Anastasia Zampounidis, Annabelle Mandeng und Jennifer Knaeble. Aber ansonsten wirklich Blogger ohne Ende. Nur stelle ich mir interessanterweise eine Frage: Liebe Brands, haben diese millionenfachen Follower wirklich Kaufkraft?

Lars: Tja, das ist wirklich die Frage. Ich denke der Markt wird sich in den kommenden Jahren dahingehend noch mal konsolidieren, so dass die Kaufkraft und nicht nur die reinen Follower-Zahlen wieder wichtig ist. Erste Anzeichen in diese Richtung sind ja schon erkennbar. Vermisst habe ich diesmal Minx, mein absoluten Favorite DIMITRI (endlich macht er auch Männer-Fashion) und klar Guido Maria Kretschmer. Lag es am neuen Standort?

Katrin: Ich denke zum Teil ja! Mir flüsterte eine Designerin ins Ohr, sie wollte ihre Gästeliste nicht von 800 auf 400 begrenzen. Da sie einen großen Kundenstamm hat, würde sie mit einer „Ausladung“ ihre Kunden verärgern. Einige PR-Agenturen waren mit der Neuerung an Plätzen ebenfalls überfordert und luden pauschal wie jedes Jahr den Lieblingskreis ein. Doch Ups- die Räumlichkeiten geben den Platz nicht her, so dass nun zu kreuze gekrochen werden musste um jene Geladene wieder auszuladen. Das sich diesem Theater der eine oder andere Designer nicht hingeben wollte, ist da nur verständlich.

Lars: Mehr als nachvollziehbar. Zum Glück laufen ja parallel zur Fashion Week immer noch zahlreiche andere Events. Haben wir doch so einige spannenden Marken und Produkte in der HashMAG-Blogger Lounge sowie den Beauty- und Brand Lounges von REICHERT+ COMMUNICATIONS und PR-Sugar entdeckt. Natürlich die Modemessen PREMIUM, SEEK, BRIGHT und die Konferenz FASHIONTEC. Was wir aber auf jeden Fall auf dem Schirm behalten sollten ist der Telekom Fashion Fusion Award, welcher sich der zukünftigen Verknüpfung von Technologie und Mode widmet. Die mit dem ersten Platz ausgezeichnete Trainwear, also ein virtueller Personal Trainer der direkt in die Fitnesskleidung integriert ist, finde ich super spannend und vor allem praktisch. Würde ich sofort ausprobieren! Naja, und der obligatorische Fashion Week Abschluss, wie immer, der Gala Fashion Brunch – immer voll, immer sehr gutes Essen und die meiste Promi-Dichte während der Fashion Week. Was wünschen wir der Berliner Fashion Week eigentlich für die nahe Zukunft?

Katrin: Ich freue mich über die Kreativität der Designer uns Frauen so ansehnlich, sexy oder gut angezogen durch den Winter zu schicken, aber: Wo sind in Berlin die Designer die euch Männer ebenso adrett ankleiden? Es kann doch nicht sein, dass nur eine Handvoll Männermode bzw. Unisex-Klamotten gezeigt wird?! Waren es überhaupt eine Handvoll? Die IVANMAN Show haben wir gesehen! Ich weiß Lars, du hast dich in diesen lila-weißen Pullover verliebt! 😍 Mode ist für alle da und das sollte auch gezeigt werden. Ansonsten denke ich, alles braucht seine Zeit und ich hoffe, dass wir mit unserem Fashion Week Besuch keine aktive Sterbehilfe betrieben haben. Berlin kann es mit Fashion nach vorne schaffen, so wie es in Mailand, London und New York bereits vor Jahren der Fall war. Nur sollte der Rahmen dafür geschaffen und gefördert werden, denn der Markt ist definitiv da.

Lars: Darüber sind wir uns einig!

Wir danken unserem iPhone 7 welches dieses wunderbare Gespräch aufgezeichnet und es uns ermöglicht hat dieses niederzuschreiben. Ein Hoch auf die Technik oder ist es eher ein Modeaccessoire? 😂😉

© Titelbild: katrin-lars.net; © Bild 1-23: katrin-lars.net

Advertisements
Katrin & Lars

2 thoughts on “Berlin Fashion Week Herbst/Winter 17/18 – wir resümieren

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s