Nocti Vagus – Restaurant und Ausstellung in einem!

Vor kurzem wurde im Berliner Dunkelrestaurant „Nocti Vagus“ eine Ausstellung eröffnet, die auf den ersten Blick nicht ganz in das Konzept passt. Aber nun der Reihe nach. Das Nocti Vagus hat vor über 10 Jahren zum ersten Mal seine Gäste mit kleinen kulinarischen Köstlichkeiten in Verzückung versetzt. Besonderheit: man diniert in völliger Dunkelheit.

Wie soll man in einem stockdunklen Raum sein Essen finden?

Versteckt auf einem Hinterhof im hippen Berlin-Mitte liegt das Dunkelrestaurant. Über eine kleine Treppe wird der Gast zu einem Vorraum geführt, der über eine Zwischentür mit den gastronomischen Räumlichkeiten verbunden ist.

Kellner Issa ist unser Ansprechpartner für den heutigen Abend. Beim Betreten des Raumes ist es so dunkel, das man wirklich nur noch schwarz „sieht“. Issa führt uns zum Tisch, und schon gehts los. Alle lauschen in die Dunkelheit, irgendwie gewöhnt man sich an sich doch recht schnell an dieses absolute Schwarz. Wir lauschen den Gesprächen an den anderen Tischen und merken erst jetzt, dass es keine akustische Untermalung gibt. Klar, wie soll der Kellner sonst hören, dass wir nach ihm rufen?! So lauschen wir dem Grundrauschen der Gäste und dem eigenen Körper.

Wenige Minuten später, gerade als wir mit unseren Tischnachbarn ins Gespräch kommen, werden die Getränke serviert. Gefühlt einen Wimpernschlag weiter, steht das Essen vor uns. Es duftet angenehm und wir beginnen zu essen. Alles klappert und stochert auf den Tellern rum, man hört vereinzelt: Hm, ah, ich habe Brokkoli auf dem Teller. Wir identifizieren Kartoffelecken, Speck und Spargel – macht Sinn, es ist Spargelzeit. Und wir lieben Spargel!

Das Essen war gut und so blieb noch Zeit, seinen eigenen Sinnen zu lauschen. Schnell wurde ein kleines Spiel daraus: Wie viele Tische sind besetzt? Ich schätze 4-5 Tische, Schauspieler Mathias Schlung – der uns zum Dinner begleitete – schätzte 7 und unsere Tischnachbarn warfen gleich das Handtuch (Spielverderber). Nun, ich sollte Recht behalten. Issa steht nach unserem Schmaus wieder am Tisch, erkundigte sich auf seine Berliner „nonchalante“ Weise nach unserem Befinden und geleitete uns nach erteilter Auskunft zur Tür.

Nach dem Essen nehmen wir noch in den oberen Räumen Platz und philosophieren über das Erlebte. Wir werden nun in eine andere Welt gesogen. Denn die Fotografin Antje Schulz präsentiert noch bis zum 31. August 2017 in den Räumlichkeiten des „Nocti Vagus“ ihre Fotoausstellung “Leben auf Berliner Asphalt”, zu Gunsten des Vereins „Helfen hilft leben“. Die Portraits zeigen auf beeindruckende Weise das „Leben auf Berliner Asphalt“ und berühren auf eine sehr sensible Art. So lässt sich doch mal Kunst- und Essenskultur perfekt miteinander kombinieren.

 

NOCTI VAGUS – Dinner in the Dark

Saarbrücker Str. 36 – 38, 10405 Berlin

http://www.noctivagus.com

täglich ab 18 Uhr

Reservierungshotline: 030 74 74 91 23

Geöffnet von 10-22 Uhr

© Titelbild: katrin-lars.net; Bild 1-2:  katrin-lars.net

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Katrin & Lars

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