Heute geht es um die Wurst! Zu Besuch bei “Curry-Paule”

 

Wer durch Berlin läuft, findet an gefühlt jeder Ecke einen kleinen Imbissstand. Gott sei Dank, haben wir doch fast immer Lust auf einen kleinen Snack, oder!? Die Auswahl ist recht groß, von Döner bis Currywurst ist alles vertreten. Aber gerade bei der Currywurst gibt es einige Unterschiede.

Was essen „der Berliner“ und die Touristen am liebsten?

Ganz klar steht nicht nur bei uns die Berliner Currywurst mit auf der Liste der beliebtesten Snacks in der Bundeshauptstadt. Würzig und lecker geht sie fast immer, sei es in der Mittagspause, nach dem Theaterbesuch oder der nächtlichen Party. Jedoch ist Currywurst nicht gleich Currywurst, geschmacklich gibt es da große Unterschiede. So gibt es Würste, die am Grill vorbeigeflogen und somit gänzlich ohne Farbe oder Röstaromen sind. Dann gibt es Würste, die so viel Röstaromen haben, dass diese als geformte Steinkohle den Grill verlassen. Würste, die eine so feste Eigenhaut haben, dass der Verzehr zur sportlichen Herausforderung wird. Und nicht zuletzt die Wurst, die mit Ketchup und Curry überschüttet wird, dass man sie vor dem Ertrinken retten muss. Das schmeckt dann mal so gar nicht! Es ist nicht leicht die perfekte Currywurst zu finden.

Wie sollte die perfekte Currywurst schmecken?

Dem Berliner ist die Currywurst heilig! Doch wo findet man nun in Berlin die perfekte Currywurst, und wie sollte diese schmecken? Wer könnte solche Fragen besser beantworten als der Berliner Currywurst-Experte schlechthin: „Curry-Paule“. So haben wir uns mit dem Firmengründer Andreas Kämpf in einer seiner 6 Filialen in der Stubenrauchstr. 103 im Süden Berlins getroffen und mit ihm über Berlins bekannteste Wurst gesprochen. Natürlich haben wir uns dabei die Currywurst von “Curry-Paule” schmecken lassen.

Lars: Wann und wie ist die Curry-Wurst eigentlich entstanden? Hat sie ihren Ursprung wirklich in Berlin?

Andreas: „Herta Heuwer hatte 1949 die Curry-Wurst erfunden, die Mitte 1950 dann so beliebt wurde . Nach dem Krieg gab es keine Schweinedärme, und sie kam so auf die Idee, die Wurst mit dem Schlauch direkt in den Kessel zu spritzen. So kreierte sie die Wurst ohne Darm, die mit einer Schere geschnitten, frittiert oder gebraten und mit einer selbstgemachten Curry-Soße serviert wurde.“

Katrin: Die Idee von Herta Heuwer liegt einige Jahre zurück; auch Du bist auf den „Zug der Curry-Wurst“ aufgesprungen und hast Dich damit selbstständig gemacht, warum?

Andreas: „Ich bin gelernter Fleischermeister, und mein Vater war begeisterter Currywurst-Esser. Samstags sind wir zum Markt gegangen und haben dort aus Tradition eine Wurst gegessen. Er sagte: Du musst mal eine Currywurst-Bude aufmachen. Am Britzer Damm gab es eine Bude, die von außen wenig einladend aussah, aber aufgrund der guten Wurst seine Stammgäste hatte. Mehrere Betreiber scheiterten an der Bude, bis ich an dieses Objekt gelangte und mit meiner Gestaltungsidee meine erste Wurst-Bude startete.“

Katrin: Eigentlich sollte es doch recht simpel sein, eine Wurst zu braten, und doch scheitern Anbieter daran. Was zeichnet eine gute Curry-Wurst aus?

Andreas: „Eine gute Wurst zeichnet der würzige Geschmack aus, egal ob mit oder ohne Darm. In Berlin wird traditionell die Dampfwurst mit Curry-Pulver obendrauf und Ketchup gegessen. Das ist für mich die richtige Curry-Wurst, egal mit oder ohne Darm. Wenn man sich aus Berlin herausbewegt, z.B. Richtung Nordrhein-Westfalen, wird die Bratwurst als Curry-Bratwurst serviert. Das ist für mich keine Curry-Wurst ist. Eine Wurst darf nicht nach Fett schmecken, und es sollte auch kein Fett austreten, sie muss bissig und muss gut gewürzt sein. Aber das Wichtigste ist der Ketchup, weil er die Currywurst ausmacht.“

Lars: Ist die bei „Curry-Paule“ angebotene Wurst aus Eigenherstellung?

Andreas: „Nein, ein Fleischer stellt die Würste nach meiner Rezeptur her. Ich entwickelte in meiner Küche in der Fleischerei verschiedene Rezepturen und habe Kunden die neuen Rezepturen testen lassen. So erfahre ich direkt vom Kunden, was geschmacklich ankommt und was nicht.“

Lars: Welche Beilagen gehören für Dich zur Currywurst?

Andreas: „Natürlich ein selbst gemachter Ketchup mit Curry. Gern auch geröstete Zwiebeln, und bei unserer gefüllten Wurst wird zusätzlich eine hausgemachte Remoulade gereicht!“

Katrin: Gibt es eine „No-Go“-Wurst für Dich?

Andreas: „Ja, eine Rindswurst… und eine „vegane“ Currywurst. Diese dürfte aus meiner Sicht nicht so genannt werden, da diese nichts mit einer Wurst im eigentlichen Sinne zu tun hat. Es dürfte nicht alles für Veganer gleich so benannt werden.“

Katrin: Bietet ihr neben der Currywurst auch andere Produkte an?

Andreas: „Unser Angebot beinhaltet Buletten, Hamburger, Cheeseburger, Bratwurst, Schaschlik-Spieße, und für den Nachtisch ist auch gesorgt, denn wir bieten Milchreis mit Roter Grütze an. Sowie unsere „gefüllte Currywurst“. Eine Kreation eines Mitarbeiters vor 10 Jahren. Diese wird mit Gurkenscheiben, gebratenen Zwiebeln, dem hausgemachten Tomatenketchup und unserer hausgemachten Remoulade gefüllt. Ein Dauerrenner.“

Wir genießen unsere Curry-Würste, eine reguläre und eine gefüllte, und beobachten wie Autos vorfahren, Bestellungen aufgegeben werden und zufriedene Kunden mit dicken Paketen wieder abfahren. Gefühlt im Sekundentakt. Die Sonne arbeitet sich durch die Wolken, und man kann sich vorstellen, was hier los ist, wenn die Temperaturen wieder steigen. Ein Treffpunkt, an dem super leckere Currywurst gegessen wird, ein Treffpunkt zum Verweilen und Austauschen. Das ist „Curry-Paule“. Ein Ort, bei dem es nicht nur um die Wurst geht…

 

Und wenn Euch nun auch das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, bei „Curry-Paule“ ist ganzjährig Saison. An 6 unterschiedlichen Standorten in Berlin kann man in den Genuss einer wirklich leckeren Currywurst kommen, mit und ohne „Pelle“! Nicht zu salzig und dennoch gut gewürzt! Wir sind begeistert. Dazu gibt es einen hausgemachten Ketchup, dessen Eigengeschmack die Wurst „nicht in den Schatten“ stellt und trotzdem fruchtig ist. Die einzelnen Stationen findet ihr hier.

Lasst es Euch schmecken!  😋

© Titelbild: katrin-lars.net; © Bild 1-7: katrin-lars.net

Advertisements
Katrin & Lars

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s